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Trainingseinheiten richtig planen
Neben einer guten Platzpflege und einer rechtzeitig ausgesprochenen Platzsperre, gibt es weitere Möglichkeiten, die Leistungsfähigkeit eines Rasenspielfeldes zu optimieren. Gemeint sind Möglichkeiten, bei der Durchführung von Trainingseinheiten die Strapazierfähigkeit des Platzes durch gleichmäßige Nutzung zu erhalten.
Die auf einem Spielfeld am meisten belasteten Flächen sind die Torräume, der 16 Meter-Raum und der Bereich des Mittelkreises. Um diese schon durch den normalen Spielbetrieb stark belasteten Flächen nicht noch unnötig zu strapazieren, empfehlen wir hier einige Ausweichmöglichkeiten.
Die wichtigsten Punkte, bei der Planung der Trainingseinheiten:
- Oft ist zu beobachten, dass die Spielfeldhälfte, die am nächsten zum Vereinsheim liegt, deutlich stärker benutzt wird als die weiter entfernte Spielhälfte. Hier ist unbedingt darauf zu achten, dass beide Spielhälften für Trainingszwecke gleichmäßig belastet werden.
- Das Dribbling-Training mit Pilonen (Markierungshütchen) sollte abwechselnd in den weniger belasteten 4 Eckbereichen (gelbe Kreise) des Platzes stattfinden. Auf keinen Fall sollte diese Trainingseinheit am Mittelkreis oder im 16 Meter-Raum (rot markierter Bereich) ausgeführt werden.
- Kleinere Trainingsflächen von Tor zu Tor können quer (blaue Pfeile) zur Hauptspielachse gewählt werden. Hier sollten die kleineren Trainingstore öfter auf der Seitenlinie nach links oder rechts versetzt werden.

Platz sperren
Ein wichtiges Thema ist die Platzsperre. Lässt man bei ungünstigen Platzverhältnissen eine Spielnutzung zu, können innerhalb weniger Tage große Schäden am Platz entstehen.Wann muss eine Platzsperre ausgesprochen werden?
- Wenn Raureif den Rasen bedeckt
- Wenn die Rasentragschicht gefroren ist
- Wenn der Untergrund noch gefroren ist, die oberste Bodenschicht aber durch Auftauen eine Schmierschicht aufweist
- Wenn Schneematsch auf dem Spielfeld liegt
- Wenn der Boden durch extreme Regenfälle tiefgründig durchnässt ist
- Bei Neusaaten und bei Nachsaaten in einem lückigen Bestand
- Wenn Rollrasen verlegt wurde (z. B. bei einer Torraumsanierung)
Was kann passieren, wenn eine zwingend gebotene Platzsperre nicht ausgesprochen wird?
- Es kommt zu Bodenverdichtungen und einer Bodenverschlämmung
- Zerstörung der Grasnarbe durch Trittspuren im weichen Untergrund
- Grassoden reißen dicht unterhalb der Oberfläche ab und werden herausgerissen
- Es entstehen starke Unebenheiten bis zu 10 cm Niveauunterschied
- Verlust der Nutzungsmöglichkeit, da der ramponierte Platz unbespielbar wird
- Daraus entsteht ein großer finanzieller Schaden, der schnell Tausende von Euros betragen kann
- Aufwendige und kostenintensive Renovationsarbeiten werden notwendig, die in der Regel mit einer mehrmonatigen Platzsperre verbunden sind
Rasen beregnen

Da die Wasserversorgung durch Niederschläge unregelmäßig erfolgt, kommt einer richtigen Beregung der Spielflächen eine hohe Bedeutung zu.
Zuviel oder zuwenig Wasser bei der Beregnung gehen zu Lasten des Platzes und des Platzbetreibers.
Wann wird beregnet?
Beregnet wird, wenn der Feuchtezustand in den obersten 2 - 3 cm des Bodens abnimmt und zu einer merklichen Aufhellung (Austrocknung) führt bzw. wenn bei Trockenheit Fußabdrücke im Rasen längere Zeit sichtbar bleiben.
Ein weiteres Indiz ist die Rasenwelke, bei der die Rasendecke dunklere, bläulich-grüne Flecken aufweist. Das Wasser sollte ausschließlich am Abend oder in den Nachtstunden gegeben werden.
Die Intensität der Beregnung hängt ab vom Aufbau des Spielfeldes, von der Wasserspeicherkapazität des Rasensubstrates, vom Witterungsverlauf und von der Niederschlagsintensität. In der Regel sollte ein Rasenplatz alle vier bis zehn Tage vollständig und durchdringend mit Wasser versorgt werden. Der Beregnungsabstand steht im Zusammenhang mit der jeweiligen Tagestemperatur (siehe Tabelle unten)
In Trockenperioden sollen ca. 25 - 30 Liter Wasser je Quadratmeter innerhalb einer Woche in zwei Wässergängen verabreicht werden. Der zeitliche Abstand zwischen zwei Beregnungen soll ca. 3 - 4 Tagen betragen.
Die Bewässerung soll eine Durchfeuchtung bis unter den Hauptwurzelbereich (also deutlich tiefer als 10 cm) bewirken. Dies läßt sich sicher mit Hilfe der Spatenprobe nachweisen.
Natürliche Niederschläge müssen bei der Berechnung der künstlichen Beregnung berücksichtigt werden.
| Tageshöchsttemperatur | Täglicher Wasserverbrauch u. a. durch Verdunstung | Beregnungsabstand bei 20 - 25 l/m² Wassergabe |
|---|---|---|
| °C | ca. l/m² | Tage |
| über 30 °C | mehr als 5 l | Ungefähr 5 Tage |
| 25 - 30 °C | 3 - 4 l | 6 - 7 Tage |
| 20 - 25 °C | 2 - 3 l | 7 - 9 Tage |
| unter 20 °C | weniger als 2 l | Mehr als 10 Tage |
Folgende Fehler werden häufig gemacht:
- Zu häufiges Beregnen mit zu wenig WasserFolge: Das Wasser erreicht nur die oberste Vegetationsschicht, nur den Filzbereich. Wurzeln bilden sich nur dort aus (Flachwurzelsystem). Bei Trockenheit verdunstet das Wasser schnell, und es treten Schäden in diesen Bereichen auf. Auch die Scherfestigkeit nimmt stark ab. Man muß danach öfter beregnen, der Wasserverbrauch steigt unverhältnismäßig.
- Bewässern überwiegend am TageFolge: Die Gefahr von Kälteschocks für die Pflanzen droht, da das Wasser meist deutlich kälter ist als die Luft und der Boden. Eine kontinuierliche Bodenerwärmung wird verhindert, was in der Hauptwachstumsphase mit der starken Beeinträchtigung des Bodenlebens einhergeht. Außerdem verdunstet sehr viel Wasser. Hinzu kommt eine unnötige Belastung des zumeist ohnehin stark in Anspruch genommenen Wasser-Versorgungsnetzes hinzu.
- Zuviel Wasser wird ausgebrachtFolge: Übermäßig viel Wasser bewirkt einen weichen und morastigen Rasen mit wenig Stabilität und geringer Scherfestigkeit. Außerdem werden Wachstum und Verbreitung der einjährigen Rispe (Poa annua) und eine hohe Anfälligkeit für Schneeschimmel begünstigt.
Sichel- oder Spindelmäher
Bei der Entscheidung, welchen Rasenmäher man für die Rasenpflege einsetzt, steht man vor der Wahl: Sichelmäher oder Spindelmäher.Die Schnittqualität eines Mähers ist in erster Linie von der Schärfe der Messer abhängig und weniger von der Schnitttechnik (Spindel oder Sichel). Bei einem Sichelmäher wird das Gras von einem Messer abgeschlagen, bei einem Spindelmäher wird das Gras, ähnlich wie mit einer Schere, abgeschnitten.
Dennoch gibt es einige Punkte, die man bei der Anschaffung eines Rasenmähers und der Wahl zwischen Sichel- oder Spindelmäher berücksichtigen sollte. Dazu eine kurze Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen der beiden Schnitttechniken:
Vor- und Nachteile beider Schnitttechniken
| Spindelmäher | Sichelmäher | |
|---|---|---|
![]() | ![]() | |
| Vorteile | erzeugen einen sehr sauberen Schnitt | kann auch noch langgewachsenes Gras mähen |
| tieferer Schnitt möglich, Einsatz z. B. auf Golfgrüns (hier beträgt die Schnitthöhe 3 - 4 mm) | ist in der Lage, auch nasses Gras zu mähen | |
| große Schnittbreiten technisch möglich | einfache robuste Technik, die nicht sehr störanfällig ist | |
| gute und gleichmäßige Verteilung des Schnittguts | Auswechselung und Schärfen der Messer ist einfach | |
| kurzes Schnittgut, das sich gut mikrobiell abbauen lässt | ||
| Nachteile | Gras darf nicht zu lang werden | Die Schnittfläche ist unsauber |
| Es muss häufiger geschnitten werden | Gras kann nicht tief herunter geschnitten werden | |
| Nasses Gras lässt sich kaum schneiden | Schnittgut wird ungleich verteilt | |
| Aufwendige und störanfällige Technik | ||
| Messer müssen aufwendig geschärft werden |
Rasen mähen
Ein Rasen, ob neu angelegt oder bereits langjährig genutzt, muß regelmäßig gemäht werden. Das Mähen der Grasdecke dient dazu:- eine gute Bespielbarkeit zu erreichen,
- den Kraftaufwand beim Spielen (Rollfähigkeit des Balles) auf das notwendige Maß zu reduzieren,
- das Breitenwachstum des Grases zu fördern,
- den Bestockungsgrad zu erhöhen,
- und die Belastbarkeit zu steigern.
Wissenswertes zum Thema rasen mähen
Der normale Schnitt sollte nur mit gepflegten Mähwerken und scharfen Messern ausgeführt werden. Stumpfe Messer führen zu fransigen Schnittflächen. Derartige Schnittflächen färben sich grau (schlechte Optik), lassen das Gras unnötig austrocknen und bilden Eintrittsstellen für Krankheitserreger.

Die optimale Schnitthöhe beträgt 3 bis 4 cm. Über Winter darf die Schnitthöhe 5 cm betragen. Die Schnitthäufigkeit muß sich nach dem Wachstum orientieren. Geschnitten wird immer dann, wenn das Gras eine Höhe von 6 bis 8 cm erreicht hat. Dabei ist in Phasen intensiven Wachstums der Rasenschnitt eher bei 6 cm, in Phasen geringeren Wachstums eher bei 8 cm durchzuführen. Spindelmäher sind dabei Sichelmähern vorzuziehen.
Wird der Rasen auf weniger als 3 cm gekürzt, treten Schäden im Wurzelbereich auf. Die Pflanze hat nicht genügend Kraft, um tiefreichende Wurzeln auszubilden. Die Scherfestigkeit sinkt und die Gefahr der Austrocknung steigt.
Rasenschnittgut kann bei begrenztem Zuwachs, bei trockener Witterung sowie bei feiner Zerkleinerung und schleierartiger Verteilung (Vorteil bei Einsatz eines Spindelmähers) auf der Fläche verbleiben. Fällt das Schnittgut dagegen bei starkem Zuwachs bzw. nasser Witterung schwaden- oder klumpenbildend an, dann muß es unbedingt abgekehrt werden.
Das überwiegend aus Blattmasse bestehende Rasenschnittgut hat einen Wassergehalt von etwa 70 - 80 %; die Trockensubstanz ist relativ reich an Stickstoff. Wird der Platz z. B. mit FRISOL forte jährlich gedüngt und damit das mikrobielle Bodenleben aktiviert, kann eine Fehlrotte (liegt z. B. beim Rasenfilz vor) verhindert werden. Das Mähgut kann unter diesen Umständen auch häufiger liegen bleiben. Damit werden die im Mähgut enthaltenen Nährstoffe dem Boden zurückgegeben.
Auch wenn das Schnittgut im Regelfall auf der Sportfläche verbleiben kann, ist zu bestimmten Zeiten ein Abkehren zwingend erforderlich.
So ist ein Abkehren im Frühjahr notwendig, um den durch Bespielung über Winter entstandenen Narbenabrieb zu beseitigen. Als "scharfes Ausbürsten" dient diese Maßnahme gleichzeitig dazu, die Narbe aufzulockern und abgestorbene Pflanzenteile, vor allem soweit sie durch Krankheitsbefall bedingt sind, herauszuarbeiten.
Im Herbst ist wiederholtes Abkehren notwendig, wenn Laubfall von benachbarten Bepflanzungen oder angrenzendem Wald die Rasenfläche verunreingt. Geschieht dies nicht, dann muß besonders in den betroffenen Teilbereichen mit Schäden bis zum Ersticken der Narbe gerechnet werden.
Wird bei nassem Wetter gemäht, entstehen Unebenheiten durch Radspuren, kommt es zu Verdichtungen der Oberfläche und zur Minderung der Wasserdurchlässigkeit sowie zur Bildung von Mähgutklumpen.
Wie mäht man in langen Trockenphasen und bei großer Hitze
In trockenen Phasen mäht man in größeren Abständen, um das Gras vor unnötiger Verdunstung (Wasserverlust) zu schützen. Durch die Wunde, die beim Mähen entsteht, kann unkontrolliert Wasser entweichen. Das heißt, je öfter in Trockenphasen gemäht wird, desto mehr Wasser entweicht unkontrolliert aus der Pflanze und schwächt sie.
Mähgänge sollten dann durchgeführt werden, wenn der Boden nach vorheriger Bewässerung wieder genügend Wasser enthält. Bei ausreichender Wasserversorgung gelingt der Pflanze der Kraftaufwand für den Wundschluss leichter.
Nicht bei großer Tageshitze mähen, besser ist ein Mähen sehr früh oder spät abends. Die Messer müssen sehr scharf sein.
Wenn der Grasbestand höher wachsen kann, schützt sich dieser Bestand durch Bildung eines eigenen Kleinklimas.
Beispiel: eine offene Sandfläche kann 65 °C heiß werden, eine geschlossene Rasendecke an der selben Stelle erreicht unter gleicher Sonnenbestrahlung gerade einmal 40 ° C.
Je kürzer der Rasen gemäht wird, desto heißer kann die Bodenoberfläche werden. Ist der Rasen hingegen länger, entsteht durch die so größere Blattmasse eine größere Verdunstungsoberfläche. Man muss dabei aber berücksichtigen, dass die Gräser sich jedoch durch derbe Zellwände und das Verschließen der Spaltöffnungen vor Wasserverlusten schützen. Viele Gräser (z. B. Festucaarten) in Trockengebieten können zudem ihre Blätter längs zur Blattachse einrollen und so die Verdunstung weiter einschränken.
Danach gelten folgende Regeln bei Hitze und Trockenheit:- Weniger häufig mähen
- Immer mit scharfen Messern mähen
- Nicht zu kurz mähen
- Rasen regelmäßig und tiefgründig wässern
Soll man Rasen walzen?

- Eine Walze (Bild rechts) hat auf einer fertigen Rasenfläche nichts zu suchen!!!!
- Das Walzen ist, wenn denn überhaupt notwendig, sehr vorsichtig anzuwenden.
Das Walzen birgt die Gefahr von Verdichtungen, die wiederum viele negative Auswirkungen für den Rasen haben können.
Was ist bei der Behandlung der Rasenoberfläche zu beachten?
Lediglich zur Rückverdichtung des Bodens vor dem Feinplanum der Einsaat (Bild rechts) sollte der Boden gewalzt werden, um ihn wieder tragfähig zu machen.


Im Frühjahr kann eventuell ein Einsatz der leichten Walze (Bild links) gerechtfertigt sein, um den aufgefrorenen Boden etwas anzudrücken. Durch den Frost haben sich im Untergrund Hohlräume gebildet, durch deren Entstehung die Graswurzeln abgerissen wurden. Durch den Walzvorgang finden die Wurzeln wieder Anschluss zum Boden. Dabei sollte das Gewicht der Walze 120 kg pro Meter Arbeitsbreite nicht überschreiten.
Hierbei sind folgende Punkte zu beachten:- Der Boden darf nicht zu feucht sein
- Ist der Boden extrem trocken, kann keine Wirkung erzielt werden
Um kleinere Unebenheiten oder die Hinterlassenschaften von Regenwürmern zu beseitigen, sollte der Rasen mit einer geeigneten Rasenschleppe abgeschleppt werden. Die Oberfläche wird so gleichzeitig etwas belüftet.
Große und grobe Bodenunebenheiten (z. B. alte, flachgetretene Maulwurfshügel) sollten durch Abtragen der Erhebungen mit anschließender Nachsaat entfernt werden. Großflächige Vertiefungen im Rasen können durch mehrmaliges vorsichtiges Verteilen von trockenem Sand, Rasentragschichtmaterial oder Boden-Sandgemisch aufgefüllt werden. Wenn die Gräser nicht zugedeckt werden, wachsen sie durch das Substrat hindurch.
Rasen düngen
Zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen für einen Rasenplatz gehört das Düngen. Die wichtigsten Nährstoffe dabei sind Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), Magnesium (Mg), Calcium (Ca), sowie einige Spurenelemente wie Mangan (Mn), Molybdän (Mo) und Eisen (Fe).
Die Nährstoffe können als mineralische, mineralisch-organische oder als rein organische Nährstoffe verabreicht werden. Wichtig dabei ist die Wirkungsgeschwindigkeit, die Wirkungsdauer, die Verfügbarkeit im Boden und die Gefahr der Auswaschung bei Niederschlägen und künstlicher Beregnung.
Man kann Dünger wie folgt unterscheiden:- Schnellwirkende mineralische Dünger
- Mineralische Langzeitdünger
- Organische Düngung
- Kombination aus organischen und mineralischen Düngern
Schnellwirkende mineralische Dünger
Bei der mineralischen Düngung werden die Nährstoffdefizite ausschließlich durch Mineraldünger ausgeglichen. Der Vorteil dieser Düngung liegt darin, daß auf bestimmte Formen des Nährstoffmangels, z. B. Kali-, Phosphatmangel, gezielt reagiert werden kann. Ein weiterer Vorteil resultiert aus den im Vergleich zu organischen Düngern günstigeren Anschaffungspreisen. Mineralische Dünger werden vor allem auf besseren Böden als Startdünger eingesetzt. Bei Rohböden, die u. a. über eine zu geringe Nährstoffspeicherfähigkeit verfügen, muß beim Einsatz von mineralischen Düngern aufgrund der guten Wasserlöslichkeit mit Auswaschungsverlusten gerechnet werden. Hier muß besonders auf die Nitratanreicherung des Grundwassers hingewiesen werden. Beim Einsatz von Mineraldüngern kann es bei einer Überdosierung zu keimhemmenden Wirkungen oder Verätzungen von Pflanzen kommen. Bei schon salzbelasteten Böden ist ein Einsatz von Mineraldüngern ebenfalls zu überdenken, da durch die mineralische Düngung zusätzlich Salze in den Boden gebracht werden.
Mineralische Langzeitdünger
Der Einsatz mineralischer Langzeitdünger verringert im Vergleich zu leicht wasserlöslichen Mineraldüngern die Auswaschungsgefahr. Die Ummantelung bzw. die Gestaltungsform der Düngergranulate sorgt für eine langsamere Freisetzung von Nährstoffen. Beim Einsatz derartiger Dünger geht jedoch der Preisvorteil, den normale Mineraldünger gegenüber organischen Düngern haben, verloren.
Organische Düngung
Bei der organischen Düngung werden dem Boden organische Nährstoffträger zugeführt. Die darin enthaltenen Nährstoffe sind überwiegend organisch gebunden und werden erst über den Umweg des mikrobiellen Abbaus freigesetzt. Der mikrobielle Abbau und damit die Freisetzung von Nährstoffen aus der organischen Substanz sind ebenso wie die pflanzliche Nährstoffaufnahme von mikroklimatischen Faktoren (Hitze, Kälte, Trockenheit etc.) abhängig. Somit kommt es beim Einsatz organischer Dünger kaum noch zu Auswaschungsverlusten. Damit wird eine Vorratsdüngung möglich, die arbeits- und kostenintensive Nachdüngungen überflüssig macht.
Organische Dünger haben folgende Einflüsse (teils direkt, teils indirekt) auf den Boden und das Pflanzenwachstum:- Einfluß auf bodenphysikalische Bodeneigenschaften
- Verbesserung der Bodenstruktur
- Erhöhung des Wasserspeichervermögens
- Verstärkte Durchlüftung
- Einflüsse auf chemische und biologische Bodeneigenschaften
- Förderung der Humusbildung
- Nährstoffspeicherung durch Humusstoffe
- Nährstofflieferung (mineralische und organische Nährstoffe z. B. Aminosäuren)
- Aktivierung des Bodenlebens
- Erhöhte Nährstoffmobilisierung aus Bodenmineralen durch Mikroorganismen
Bei Verwendung von organischen Düngern werden im Vergleich zu mineralischen Düngern höhere Aufwandsmengen eingesetzt, weil ein langjährig wirksames Nährstoffdepot angelegt wird und die Nährstoffgehalte in der Regel niedriger liegen als bei Mineraldüngern. Ferner muß berücksichtigt werden, daß sich mit langsam wirkenden organischen Düngern akute und schnell auszugleichende Nährstoffdefizite nicht beheben lassen. Dieser Fall tritt bei der Begrünung von Rohböden selten auf und kann dann in der Regel durch eine einmalige Startdüngung behoben werden.

Kombination aus organischen und mineralischen Düngern
Neben einer reinen mineralischen oder organischen Düngung gibt es auch die Möglichkeit einer Kombination dieser beiden Düngungsformen. Dazu können fertige mineralisch-organische Dünger oder organisch-mineralische Dünger (je nach Relation der Dünger zueinander) eingesetzt werden oder vor Ort Einzeldünger kombiniert werden. Das ist dann von Vorteil, wenn außer einer Bodenaktivierung und Nährstoffbevorratung durch organische Düngung, die Beseitigung eines gravierenden einseitigen Nährstoffmangels durch mineralische Düngung erreicht werden soll.
Wir empfehlen folgende Düngung
Organischen Langzeitdüngern mit nicht wasserlöslichem Stickstoff sollte dabei aus Gründen der Wirksamkeit, der ökologischen Akzeptanz und der Lohnkosteneinsparung der Vorzug gegeben werden. Eine standortgerecht vorgenommene Düngung führt dem Rasen lebenswichtige Nährstoffe zu, und aktiviert das Bodenleben. Dadurch werden das Regenerationsvermögen und die Narbendichte verbessert, die Wuchsfreudigkeit, die Wurzelbildung und der Farbaspekt positiv beeinflußt und die Widerstandskraft gegen Unkraut, gegen Krankheiten und Schädlinge gestärkt.
FRISOL forte, ein Langzeitdünger aus mikrobieller Biomasse (enthält keine Anteile tierischer Herkunft), dessen Stickstoffanteil organisch gebunden vorliegt, erfüllt ideal die Anforderungen an einen modernen und ökologisch wertvollen Sportplatzdünger.
Die wichtigsten Vorzüge von FRISOL forte sind:- ideale Nährstoffzusammensetzung aufgrund der mikrobiellen Struktur der Biomasse
- Freisetzung der Nährstoffe über mikrobiellen Abbau. Damit langsame und bedarfsgerechte Nährstoffversorgung. Keine Gefahr der Überdüngung, kein Risiko der Nährstoffauswaschung
- Aktivierung des Bodenlebens und Förderung der Pflanzengesundheit
- Hilft, bei regelmäßigem Einsatz den Rasenfilz abzubauen
Bei einer reinen Erhaltungsdüngung empfehlen sich folgende Aufwandmengen:
| Düngegabe | Zeitraum der Düngung | Menge an FRISOL forte |
|---|---|---|
| 1. Gabe | Frühjahr ** (März bis Mai) | 125 - 150 g/m² * (1,0 - 1,2 t/Platz) * |
| 2. Gabe | Herbst (September bis November) | 125 - 150 g/m² * (1,0 - 1,2 t/Platz) * |
| 1. u. 2 Gabe in einem Schritt | In der Vegetationszeit, möglichst im Frühjahr | 250 bis 300 g/m² * (2,4 t/Platz) * |
* Bei deutlicher Unterversorgung des Platzes mit Nährstoffen können die Düngegaben jeweils um 50 % gesteigert werden.
** in höheren Lagen (Mittelgebirge) verschieben sich die Düngungtermine durch Kälte bis zu 4 Wochen

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